Influencer-Alarm am Montag
Fortuna Düsseldorf hat den 46. Pfingst-Cup des SV Harderberg gewonnen und die größte von zahlreichen spannenden Geschichten geschrieben. Geschichten über Berliner Influencer, geplatzte Titelträume und die ganz spezielle Reise des „Wanderpokals“.
Der 46. Pfingst-Cup des SV Harderberg glänzte auch dieses Jahr mit hochklassigem Fußball. Am Ende krönte sich Fortuna Düsseldorf bei bestem Wetter erstmals zum Sieger und fügte der Turnier-Historie ein weiteres Kapitel hinzu. Doch das war nicht die einzige Geschichte am Pfingstwochenende.
Düsseldorf, Lyngby und Bremen dominieren
Sportlich bot das Turnier den fast schon gewohnt hochklassigen D-Jugend-Fußball mit allen Facetten, die diese Sportart so besonders machen. In der Vorrunde beeindruckte vor allem das dänische Team von Lyngby BK, das als einziges ohne Punktverlust durch die Gruppe marschierte. Und auch in der Zwischenrunde ließen die Nord-Kopenhagener mit vier Siegen aus vier Spielen keinen Zweifel an ihrer Favoritenrolle. Gleiches galt allerdings auch für Werder Bremen, das die Zwischenrunde mit vier Siegen beendete.

Der spätere Titelträger Fortuna Düsseldorf flog dagegen lange unter dem Radar, obwohl die Rheinländer im gesamten Turnier als einziges Team ohne Niederlage blieben. Doch sie waren es, die sowohl Werder als auch Lyngby (jeweils 2:1) in der Endrunde ihre ersten Pleiten zufügten. Dort zeigte die Fortuna keine Schwäche und holte sich letztlich den Turniersieg durch ein 0:0 im letzten Spiel gegen Union Berlin. Lyngby landete auf dem zweiten, Bremen auf dem dritten und Union auf dem vierten Platz.
SF Oesede halten lokale Fahne hoch
Die regionalen Teams hatten mit Ausnahme des VfL Osnabrück auf Platz elf größtenteils wenig Chancen. „Sportlich wäre für uns mehr drin gewesen, aber wir blicken auf ein richtig cooles Wochenende hier zurück“, resümierte VfL-Trainer René Schütz.
Die Sportfreunde aus Lotte und Oesede waren die einzigen lokalen Vertreter abseits der Lila-Weißen in der Zwischenrunde, blieben dort jedoch sieglos. Trotzdem hatte das Oeseder Team in der Vorrunde beeindruckt, blieb unter anderem gegen Hertha BSC, Hansa Rostock und OH Leuven aus Belgien ohne Niederlage. Lotte trotzte am Montag Union immerhin ein 0:0 ab.

Dass das Sportliche aber nicht ausnahmslos im Fokus stand, wurde spätestens bei der Siegerehrung deutlich. Dort gab es viel Lob und Dank von den jungen Kickern für das Organisationsteam, das auch dieses Jahr ehrenamtlich ein beeindruckendes Turnier auf die Beine gestellt hatte. Über 400 Kinder wurden in Gastfamilien untergebracht. „Wir haben nur positives Feedback bekommen“, freute sich Organisator Oliver Ludwig.

Drei Anekdoten prägten das Turnier in diesem Jahr zusätzlich. Zum Einen sorgte der Berliner Influencer Serdar Borgatekin, seines Zeichens Manager der Berliner Rapperin Zah1de, mit seinem Auftreten für irritierte Blicke bei den Zuschauern, aber auch für Autogramm- und Selfie-Wünsche. Borgatekins Sohn stand für die Hertha auf dem Feld. Außerdem bedankte sich Ludwig noch einmal ausdrücklich bei der JFV Hameln, die kurzfristig für den Greifswalder SC eingesprungen war: „Ich hatte sie angeschrieben und sie waren sofort dabei“.
Der etwas andere Wanderpokal
Zu guter Letzt stand der Siegerpokal nicht nur wegen des sportlichen Werts im Fokus. Denn der Wanderpokal hat eine interessante Geschichte hinter sich. 2023 gewann der HSV das Pfingst-Turnier in Harderberg, trat 2024 jedoch nicht an. „Uns und dem HSV fiel erst eine Woche vor dem Turnier auf, dass der Pokal gar nicht hier war“, erzählte Ludwig. Eilig wurde das Objekt der Begierde verpackt und per Post geschickt, sodass es dem damaligen Sieger Dynamo Dresden übergeben werden konnte.

Die Dresdner wiederum traten 2025 zur Titelverteidigung an, doch erneut gewann der HSV. „Damals wussten sie aber nicht, ob sie dieses Jahr dabei sind. Deswegen haben sie den Pokal einfach hier bei uns gelassen“, führte Ludwig aus. Nun liegt es an der Fortuna, den Pokal für die 47. Ausgabe wohlbehalten nach Harderberg zu bringen – im Idealfall verbunden mit einer Titelverteidigung. Dem könnte der HSV aber im Weg stehen: Die Hamburger haben ihre Teilnahme für das kommende Jahr bereits angekündigt und könnten ihren Titelrun im Zwei-Jahres-Rhythmus fortsetzen.

